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39. Norddeutsche ADAC-Turniersport-Meisterschaft / 25. September 2004 in Varel (Weser-Ems)

Veranstaltungsbericht

Am 25. September 2004 fand die 39. Norddeutsche ADAC-Turniersport-Meisterschaft statt. Veranstalter war der ADAC Weser-Ems, mit der Durchführung wurde der ATC Varel beauftragt.

Bereits am Freitagnachmittag trafen sich viele der Teilnehmer auf dem Turnierplatz, um sich den Parcours anzusehen. Fritz Buchtmann war hier mit seinen Clubmitgliedern vom ATC Varel den ganzen Tag aktiv gewesen, um den Parcours nachzuzeichnen. Aufgrund des schlechten Wetters in den vorherigen Tagen war von den Markierungen nicht mehr viel zu sehen. Der Titelverteidiger Sigi Groth wurde übrigens schon am Donnerstagabend auf dem Platz gesehen!

Ab 17.30 Uhr ging es dann offiziell mit der Ausgabe der Fahrerunterlagen los. Der anschließende ADAC-Treff wurde leider nicht so wie gewünscht von den Fahrern angenommen. Möglicherweise wussten viele Teilnehmer auch nicht, dass solch ein Treffen stattfinden sollte. Der Hinweis hierzu stand nur im Grußwort des 1. Vorsitzenden Werner Villbrandt und nicht im Zeitplan.

Am Samstag wurde ab 8.15 Uhr mit der Fahrzeugabnahme begonnen. Pünktlich um 9.00 Uhr sollte dann mit dem ersten Wertungslauf begonnen werden. Leider gab es bei der Abnahme einige Probleme, woraufhin sich der Start des ersten Fahrzeuges deutlich verzögerte.

Was war passiert?
In der Ausschreibung stand genau geschrieben, was kontrolliert wird. Das waren: TÜV- und AU-Stempel, Fahrzeugschein, Führerschein, Versicherungsnachweis, die Übereinstimmung der Fahrzeuglänge, Fahrzeugbreite und Reifengröße mit den Angaben in der Nennung sowie die Reifenprofiltiefe von mindestens 1,6 mm. Der Leiter der Fahrzeugabnahme hatte vom Turnierleiter zusätzlich den Auftrag bekommen, bei jedem Fahrzeug in den Motorraum zu sehen und auf Auffälligkeiten zu achten. Bei einem Fahrer des ADAC Weser-Ems wurde er dann fündig; es fehlte der Luftfilter. Bei einem weiteren Fahrzeug wurde ein nicht originaler Luftfilter festgestellt! Da zusätzlich in der Ausschreibung geschrieben steht, dass die Fahrzeuge der StVZO entsprechen müssen, wurden sie zunächst nicht zum Start zugelassen. Nach langen Diskussionen entschied das Schiedsgericht, dass diese Fahrzeuge doch starten dürfen. Wie es dann bei der Deutschen Meisterschaft in Lüneburg gehandhabt wird? Wir werden sehen...

Meine Meinung zu diesem Thema:
Die Fahrzeuge sollten natürlich der StVZO entsprechen, aber wie soll ein Abnahmeteam so etwas überhaupt praktisch handhaben? Wo fängt man an zu kontrollieren, wo hört man auf? Veränderungen am Motor können zum Beispiel nur auf einem Leistungsprüfstand festgestellt werden, oder? Ich bin der Meinung, man sollte die Dinge, wie sie in der Ausschreibung stehen, kontrollieren und zusätzlich auf besondere Veränderungen am Fahrzeug achten. Als Beispiel nehme ich jetzt den Lancia A112 von Stefan und Willi Bösewill, aus meiner Sicht ein Fahrzeug, welches perfekt für den Turniersport hergerichtet wurde. Da der Lancia keine Stoßstangen mehr hat, ist natürlich zu überprüfen, ob die Länge des Fahrzeuges im Fahrzeugschein auch dementsprechend angepasst wurde. Da sich im Fahrgastraum nur noch ein Sitz befindet, sollte ebenfalls kontrolliert werden, ob dieses im Fahrzeugschein eingetragen wurde. In diesem Fall sind die angesprochenen Dinge alle eingetragen.
Dass ein Luftfilter offensichtlich fehlt (d. h. es ist nicht einmal ein Luftfiltergehäuse vorhanden), darf nicht sein. Wenn in einem Luftfiltergehäuse kein Filter vorhanden ist, sind wir wieder bei dem Punkt, was überhaupt alles kontrolliert werden kann. Das Abnahmeteam kann ja nicht bei jedem Fahrzeug den Luftfilterkasten aufschrauben und den Filter kontrollieren. Ein Sportluftfilter ist das nächste Problem, wer kann schon mit Sicherheit sagen, ob es sich hierbei um ein verbotenes Teil handelt oder ob eine ABE vorliegt? Oder was ist mit einem Simca, für den es keinen Original-Luftfilter mehr gibt?

Abschließend zu diesem Thema fiel mir in Varel auf, dass viele Personen wussten, dass ohne einen Luftfilter die StVZO erlischt, aber warum das so ist, konnte mir niemand sagen. Daher hier ein interessanter Bericht zum Thema „Chiptuning und die StVZO“, der sich auch sehr gut auf das Thema „Fahren ohne Luftfilter“ ableiten lässt.

Jetzt kommen wir endlich zum sportlichen Teil:
Die diesjährige Norddeutsche Turniersportmeisterschaft wurde in vier Wertungsläufen gefahren. Der schlechtere Lauf der Durchgänge eins und zwei wurde gestrichen. Sehr zur Freude aller Teilnehmer blieb es den gesamten Tag über trocken. Nach dem ersten Lauf lag bei den Damen Regina Kudinow knapp vor Petra Soczek und Marianne Brandt. Bei den Herren führte Gerhard Schichter vor Björn Schnecke und Siegfried Groth. Auffallend war im ersten Lauf, dass nur 5 Fahrer mit 0 Fehlerpunkten ins Ziel kamen. Im zweiten Lauf ging es nun darum, sein Ergebnis zu verbessern. Gerhard Schichter konnte noch mal 7 Sekunden zulegen und somit seinen Vorsprung auf 4 Sekunden vor Siegfried Groth ausbauen, der wiederum Björn Schnecke überholen konnte. Bei den Damen übernahm Marianne Brandt die Führung vor Regina Kudinow und Petra Soczek.

Nach der Mittagspause folgte der dritte Durchgang. Die ersten fünf Damen waren sich offenbar einig und machten alle einen Fehler, aufgrund der Fahrzeit gelang Steffi Dohse der vorübergehende Sprung an die Spitze, gefolgt von Marianne, Petra und Regina. Bei den Herren absolvierte Björn Schnecke seinen dritten Lauf wieder mit 0 Fehlern und übernahm damit die Führung. Siegfried Groth bekam im Wenden 3 Fehlerpunkte und rutschte auf den 7. Platz ab. Gerhard Schichter hatte Probleme mit den Stangentoren, was ihm 20 Strafsekunden einbrachte, dennoch blieb er mit nur zwei Sekunden Rückstand auf dem 2. Platz. Den 3. Platz belegte jetzt, nach einem 0-Fehler-Lauf, Rainer Jordan. Die weiteren Platzierungen nach dem dritten Lauf: 4. Stefan Bösewill, 5. Manfred Sandersfeld, 6. Thomas Brandt, 7. Siegfried Groth, 8. Kay Kudinow.

Nach einer kurzen Pause, es musste ja wieder die neue Startreihenfolge ausgedruckt werden, begann der vierte Durchgang. Sowohl bei den Damen als auch bei den Herren war noch alles offen. Als erste der führenden drei Damen ging Petra an den Start, ihr gelang ein 0-Fehler-Lauf in einer Zeit von 105,30 Sek. Für Marianne und Steffi war klar, wer Norddeutsche Meisterin werden will, muss jetzt 0 Fehler fahren. Marianne schaffte es, sie fuhr 0 Fehler mit einer Zeit von 110,79 Sek. Gerhard Schichter hatte natürlich mitgerechnet und wusste, dass Marianne mit ca. 3 Sek. Vorsprung in Führung lag. Jetzt kam es auf Steffi an, bei den Zeiten die sie den Tag über gefahren war, sollten 0 Fehler auf alle Fälle reichen. In der Spur war der Traum vom Titel jedoch geplatzt, mit einem Fehler belegte Steffi am Ende den 3. Platz. Marianne wurde zum Titelgewinn gratuliert. Ach ja, dann wurde noch das offizielle Ergebnis ausgehangen, Mariannes Vorsprung auf Petra betrug nur 0,36 Sek.!

Jetzt zu den Herren. Bei den Weser-Ems-Fahrern ging es neben der Norddeutschen Meisterschaft auch noch um die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft in Lüneburg. Stefan Bösewill war als Weser-Ems-Meister bereits qualifiziert. Um die letzten zwei Plätze stritten sich also Willi, Manfred, Gerhard und ich. Willi lag vor dem letzten Lauf schon abgeschlagen zurück. Im 4. Durchgang gelang mir ein 0-Fehler-Lauf (war übrigens mein erster 0-Fehler-Lauf des Tages) in einer Zeit von 79,93 Sek. Manfred, der den ganzen Tag über fehlerfrei blieb, musste 0 Fehler und eine Zeit von unter 97,5 Sek. fahren, um mit nach Lüneburg fahren zu dürfen. 108, 103 und 105 Sek. waren die Zeiten aus seinen drei ersten Durchgängen, Manfred schaffte die 0 Fehler, fuhr 92,5 Sek.(!) und ist somit für die Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

Die letzten vier Starter des Tages:
Stefan hatte vor dem letzten Lauf bereits ca. 17 Sek. Rückstand auf den Führenden, aber mit etwas Glück kann sich so was auch ganz schnell ändern. Mit 79,37 Sek. fuhr Stefan eine gute Zeit, doch leider musste er auch einen Fehler mitnehmen.
Rainer hatte sich den vierten Lauf mit Sicherheit auch anders vorgestellt, mit zwei Fehlern rutschte er vom 3. auf den 8. Platz ab.
Jetzt wurde es ernst für Gerhard, mit einer guten Zeit und 0 Fehlern wäre ein Sieg möglich gewesen. Angenommen beide würden 0 Fehler fahren, dann müsste Gerhard 2,68 Sek. schneller als Björn sein, um sich den Titel zu sichern. Gerhard schaffte einen 0-Fehler-Lauf in einer Zeit von 81,22 Sek. Für Björn war klar, 0 Fehler und eine Zeit unter 83,90 Sek. fahren, dann ist man Norddeutscher Meister... Ein Blick auf die Zeiten zeigte jedoch, dass es sehr schwer werden würde. 88,87 Sek., 88,58 Sek. und 88,57 Sek. waren Björns Zeiten aus den ersten drei Durchgängen. Start für Björn, alles sieht flüssig aus, die Punktrichter zeigen alle 0 Fehler an, nur noch die Haltelinie, auch 0 Fehler und der Blick zur Uhr, das Display zeigt eine Zeit von 80,58 Sekunden an!

Der neue Norddeutsche Meister heißt Björn Schnecke.
Die neue Norddeutsche Meisterin heißt Marianne Brandt.


Die anschließende Siegerehrung mit gemeinsamen Abendessen und Tanz fand im Landgasthof Hassmann in Varel - Obenstrohe statt, hier wurde noch bis spät in die Nacht hinein gefeiert. Unter allen Teilnehmern wurden noch diverse Sachpreise verlost, die von Manfred Reh organisiert worden waren. Den Hauptgewinn, einen Kompressor mit viel Zubehör, gewann Marianne Brandt.


Am Rande bemerkt: Die schnellste Zeit des Tages fuhr Gerhard Schichter mit 75,05 Sekunden, Willi Bösewill wollte seinen Augen nicht trauen, als er sah, was sich alles im BMW-Kofferraum befand: Klappstühle, Luftmatratzen, Schlafsäcke...
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