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52. Endlauf im ADAC Automobil-Turniersport in Bad Aibling (ADAC Südbayern) am 08.10.2005


... strahlend blauer Himmel, so ging es für uns am Freitag los, leider erst um 14.00 Uhr, da wir jobmäßig gebunden waren. Unsere Laune war bestens, obwohl wir leider nicht am Rahmenprogramm am Freitagabend teilnehmen konnten. Vom Hören - Sagen ging es aber schon direkt bei der Platzbesichtigung in die ersten Diskussionsrunden. Jeder hatte sich den Platz dann doch etwas anders vorgestellt und besonders den Abstand zwischen Slalom, Spur und Gatter, na ja, man kann halt nicht alle Wünsche erfüllen. Dennoch wurden die zu großen Fahrgassen-Klötzchen ausgetauscht und auch die Vorrichtung zur Fehlermessung am Gatter vorwärts wurde noch einmal korrigiert. Nach Besichtigung des Turnierplatzes auf dem Gelände der ehemaligen US Kaserne in Mietraching ging es weiter zum Bauernstüberl Maxlrain. Zur Begrüßung aller Teilnehmer gab es das Abendessen und ein Getränk kostenlos, an dieser Stelle noch einmal recht herzlichen Dank. Sehr spannend wurde es dann mit der Auslosung des ersten Teilnehmers. Unter 62 Bierflaschen waren die Startnummern der Teilnehmer befestigt. Es wurde eine Flasche gezogen und beiseite gestellt, der Fahrer mit der Startnummer unter dieser Flasche sollte am Samstag als Erster starten. Die Startnummern auf den verbleibenden 61 Flaschen wurden nach und nach aufgerufen. So manch einer wurde zum Ende dann schon recht nervös. Die Ehre als Erster starten zu dürfen ging dann an die Start-Nr. 26 Stephan Choitz aus dem ADAC Regionalclub Hansa auf seinem Renault Clio.

Am Samstag war ab 7.45 Uhr Einlass zum Parc Ferme, die Fahrzeugabnahme begann um 8.00 Uhr. Nachdem die letzten Worte an die Hindernisrichter und die Begrüßung der Teilnehmer und Zuschauer erfolgte ging es zum Schaulauf des VW Käfers vom ADAC Südbayern. Danach konnten dann die Teilnehmer starten. Von vielen Fahrern erhielt man auch viele Meinungen. Der ein oder andere konnte mit dem Parcours nicht so recht warm werden. Auch gab es Teilnehmer, die nicht so recht in ihre Bestform kommen wollten, dabei hatte sich doch jeder soviel vorgenommen. Auch wenn das jetzt blöd klingt, mir hat der Platz gefallen und auch der Aufbau der Hindernisse machte mir keine Schwierigkeiten, hatten wir doch zuvor in Herten und Oelde trainiert. Die einzigen Sorgen bereiteten mir wie immer die Spurbretter, die nun nicht ganz so günstig lagen, dachte ich zumindestens noch am Morgen. Nach meinem ersten Durchlauf fand ich mich auf dem 2. Platz bei den Damen, obwohl ich einen Fehler gemacht hatte. Ich war recht zufrieden, da mein Ziel unter die besten Fünf zu fahren realistisch blieb. Am besten fuhr Andrea Lemberg souverän mit einem 0-Fehlerlauf, auf Platz 3 fuhr Marianne Brandt, die diesjährige Norddeutsche Meisterin. Bei den Herren behauptete sich Rolf Oswald ganz vorn, nach ihm dann sein Bruder Klaus, aber schon mit deutlichem Zeitabstand von über 6 Sekunden (beide ADAC Württemberg) und dann Kay Kudinow (ADAC Weser-Ems). Die zweite Runde wurde ebenfalls in gleicher Startreihenfolge wie bei dem ersten Lauf gefahren. Alle gaben sich redlich Mühe ihr Ergebnis aus dem ersten Durchgang zu verbessern, gerade wir, die Fehler im ersten Lauf gemacht hatten. Leider gelang es nicht jedem und es gab ziemlich enttäuschte Gesichter an der Haltelinie. So auch bei mir, merkte ich doch wie ich beim Parken links an das Gatter gefahren bin und mir klar war, mit diesem Lauf keine Lorbeeren zu erhalten. So konnte ich auch auf´s Gas treten und mal sehen was ging. Und es ging einiges, so konnte ich zumindestens mit meiner Zeit Eindruck schinden was aber bei 6,5 Straffehlern auch nicht wirklich nützte, also landete ich nach dem 2. Durchgang ziemlich weit hinten. Andrea, die bis dahin Führende, fuhr erneut einen tollen 0-Fehlerlauf und konnte ihre Position weiter festigen. Leider gelang es außer Andrea keiner weiteren Dame ebenfalls fehlerfrei zu fahren, sodass es auf den nachfolgenden Plätzen sehr eng wurde. Auch bei den Herren wurde gekämpft um jede Sekunde und ja keinen Fehler zu machen. Einige der Favoriten schafften dann erneut keinen fehlerfreien Lauf und mussten sich weiter hinten im Feld wiederfinden. Auch dieses Mal konnte Rolf die schnellste Runde absolvieren und blieb weiterhin in Führung. Auch Klaus blieb fehlerfrei und verbesserte seine Zeit. Dann ging es in die Mittagspause und danach sollte in umgekehrter Reihenfolge des Gesamtergebnisses gestartet werden, die Spannung stieg weiter.
Leider kann ich nicht mehr genau sagen, in welcher Reihenfolge gestartet wurde, daher bitte nicht so genau nehmen, wenn sich Fehler einschleichen. Viele doch sehr gute Fahrer/innen mussten doch recht früh fahren und konnten auch leider nicht mehr in das Geschehen um Platz 1 mitmischen. Auch ich musste durch meine 6,5 und 1 Fehler relativ früh wieder an den Start und langsam machte sich die altbekannte Nervosität breit, die ich den ganzen Tag nicht gespürt hatte. Am Start half dann ein aufmunterndes Gespräch mit den Hindernisrichtern, um dann doch noch ein wenig lächeln zu können, aber mein Magen rebellierte und dann ging es los. Im Wenden sprach ich die ganze Zeit zu mir selbst, du kannst das, bleib ruhig dann klappt es auch, im Slalom konzentrierte ich mich dann nur noch auf mein „Lieblings-“ Hindernis, die Spurbretter, und ich konnte sie nicht klappern hören, was bei der lauten Musik im Auto häufig der Fall ist. Trotzdem deutete ich es als gutes Zeichen, beim Parken links dachte ich nur, bloß nicht zu weit nach hinten, besser korrigieren und dann schnell weiter. Im Ziel hörte ich dann den Beifall, der bei fehlerfreien Läufen gegeben wird und sah Stefan völlig begeistert hinter der Absperrung stehen. Geschafft, ich habe mein Bestes gegeben und war zufrieden.
Da ich im hinteren Mittelfeld gestartet bin, waren noch einige Fahrer/innen ohne 3. Lauf und das Fiebern fing an. Kann ich es sogar schaffen, hinter Andrea Vizemeisterin zu werden oder können Jutta, Conny und Marianne noch soviel Zeit gut machen? Es blieb weiterhin spannend. Genauso, wie bei den Herren, hatten doch Klaus und Rolf beide gute Ergebnisse vorzuweisen, wobei auch Peter Löbach und Siegfried Groth im 2. Lauf besser waren.
Am Ende reichten Peter Löbach 0,14 Sekunden, um seinen Titel als Deutscher Meister verteidigt zu haben, Vizemeister wurde Rolf Oswald vor Wolfgang Groth. Bei den Damen habe ich es tatsächlich geschafft und bin nach 11 Jahren Turniersport Deutsche Meisterin, auf Platz 2 kam Andrea Lemberg vor Marianne Brandt.

Nachdem sich der erste Trubel gelegt hatte, konnten wir dann im besagten Käfer von der ersten Durchfahrt eine Ehrenrunde drehen und anschließend im eigenen PKW, welcher nicht ganz trocken blieb, sodass wir auf der Fahrt zum Hotel schnell noch eine Waschstrasse aufgesucht haben.

Die Siegerehrung im Haus St. Georg war wunderschön. Sowohl mit der Auswahl des Essens als auch mit dem Showprogramm hatte man sich sehr viel Mühe gemacht. Die Sängerin Sabrina hat einige ihrer Hits zum Besten gegeben. In gemütlicher Runde haben wir dann in der Cocktailbar den Abend ausklingen lassen.

Für mich war es ein ganz besonderer Tag, den ich bestimmt so schnell nicht mehr vergessen werde. Ich möchte mich an dieser Stelle noch einmal recht herzlich für diese tolle Veranstaltung bedanken und wünsche allen einen ruhigen Jahresabschluss und hoffentlich ein baldiges Wiedersehen in 2006.

Steffi Börnke





Quelle WAZ vom Mittwoch, 12. Oktober 2005:



Gegner sehen nur Rücklichter

Stefanie Börnke ist neue Deutsche Meisterin im ADAC-PKW-Turniersport. Die 30-Jährige, die seit Anfang des Jahres für den Motorsportclub Herten fährt, hängte bei der DM in Bad Aibling 14 Frauen aus den bundesweit 16 ADAC-Bezirken ab.


Mit einer Gesamtzeit von 236,70 Sekunden kam die gebürtige Bielefelderin ins Ziel. Mit deutlichen elf Sekunden Vorsprung vor der Zweiten, Andrea Lemberg. "Eigentlich waren es sogar 31 Sekunden", rechnet die autobegeisterte Frau vor, "ich habe nämlich für einen Fehlerpunkt 20 Strafsekunden bekommen."
Den hatte sie sich nicht etwa, "wie sonst meistens" in der Spurengasse eingehandelt. "Da muss man zwischen zwei Brettern durchfahren, ohne sie zu berühren", erklärt Börnke, "die ticke ich meistens mit den Rädern rechts an". Nein, ihr Polo stand nach dem Einparken, linksrum mehr als 15 Zentimeter von der Markierung entfernt.
"Ihr Polo", das ist im Übrigen so nicht ganz richtig. "Das ist unser", korrigiert ihr Mann Stefan (26) schmunzelnd. Auch er nahm für den MSC an der DM in Süddeutschland teil. In besagtem Polo. Nicht ganz so erfolgreich wie seine Herzdame allerdings. Er kam mit 330,26 Sekunden als 38. von 47 Männern ins Ziel.
Kennen gelernt haben sich die beiden - wie sollte es anders sein - während eines Motorsport-Turniers. Mittlerweile trainieren sie jeden Samstag im selben Verein und sind seit über einem Jahr verheiratet. Ziemlich genau so lange nimmt Stefanie Börnke in dem Polo an den Turnieren teil.
Vorher fuhr sie lange Jahre VW Golf. So wie Martin Tieben (33), der MSC-Sportleiter, es jetzt macht. Er erreichte bei der DM in Süddeutschland - Bad Aichling liegt zwischen München und dem Chiemsee - zwar nicht sein Ziel, unter die ersten zehn zu kommen. Denn er landete mit 224,22 Sekunden auf Platz 14.
Aber die Freude über den Pokal, der nun bei den Börnkes einen Ehrenplatz bekommt, stand auch ihm ins Gesicht geschrieben. "Deutscher Meister, das ist das Höchste, was in unserem Sport geht", sagt er. EM und WM gäbe es nicht, worauf ihm das Motorsport-Paar beipflichtet.
Alle drei haben schon als Kinder steil auf den motorisierten Turniersport zugesteuert. Fahrrad, Kart, Mofa, Auto - "Hauptsache, es hat brumm gemacht und man konnte es lenken", bringt es Tieben auf den Punkt. Deswegen ziehen die drei auch eine kollektive Grimasse, wenn man sie auf die Spritpreise anspricht. "Das sind schon harte Zeiten für uns Motorsportler", klagen sie. Viele Fahrer wären wegen der hohen Benzinpreise mit dem Autozug zur DM nach Süddeutschland gereist. Das Nachtturnier in Oelde, das in zwei Wochen stattfindet, lassen sie sich aber dennoch nicht vermiesen. "Die ADAC-Saison ist vorbei. Da geht´s nur noch um den Spaß", sagt Stefanie Börnke und macht sich mit ihrem Mann auf den Weg in Richtung Polo."Deutscher Meister, das ist das Höchste in unserem Sport!"

11.10.2005   Von Dirk Nordhoff





Quelle Hertener Allgemeine vom Donnerstag, 13. Oktober 2005:



Männer-Augen werden plötzlich ganz groß

Wie viele Vorurteile gibt es eigentlich über Frauen und das Autofahren? Stefanie Börnke kennt auf jeden Fall alle. Mehr als ein verschmitztes Lächeln kommt ihr aber nicht über die Lippen. Jeden Einpark-Wettkampf würde die Hertenerin direkt annehmen und sicherlich auch gewinnen. Die 30-Jährige ist schließlich Deutschlands beste Autofahrerin.

von Carsten Bergmann

"Es kommt immer wieder vor, dass ich als Frau zu hören bekomme, dass ich sowieso nicht Autofahren könnte. Was soll's? Ich weiß es besser", strotzt Stefanie Börnke vor Selbstvertrauen. Sie hat auch allen Grund dazu. Bei den Deutschen Meisterschaften des ADAC-Automobil-Turniersports schnitt die Hertenerin als beste Frau ab. Die für den MSC Herten fahrende Pilotin hatte im südbayrischen Bad Aiblingen ihre Nerven bestens im Griff und leistete sich bei insgesamt zehn Hindernissen nur einen Fehler. Dennoch war ihr Zeitpolster zur Konkurrenz so groß, dass sich die 30-Jährige einen kleinen Faux-Pas erlauben durfte.

Zu diesen zehn Hindernissen gehörten unter anderem das exakte Einparken, Wenden in drei Zügen, Slalom vorwärts und rückwärts sowie das Fahren auf Spurbrettern. Hört sich leicht an, "ist es aber garantiert nicht. Es kommt teilweise auf einen Zentimeter an", weiß die gebürtige Bielefelderin um die Schwierigkeiten dieses Motorsports.

Seit gut einem Jahr gehört Stefanie Börnke dem MSC Herten an. Seit dem 18. Lebensjahr startet die Pilotin aber schon bei Geschicklichkeits-Turnieren. Zuvor versuchte sie es mit dem Fahrrad und dem Kart. Ihren Mann – wie sollte es anders sein – lernte Stefanie Börnke ebenfalls beim Motorsport kennen. Stefan Börnke startete auch bei den Meisterschaften und freute sich zusammen mit seiner Frau über den Erfolg.

Mit dem VW Polo nach Südbayern

Im gemeinsamen VW Polo fuhren beide nach Südbayern. Ein Auto-Zug oder gar ein nur für Wettkämpfe benutztes Gefährt kommen nicht in Frage. "So bekommt man doch ein viel besseres Gefühl für sein Auto. Zudem ist es natürlich auch eine Kostenfrage", erzählte Stefanie Börnke, die aber auch weiß, dass viele "Auto-Freaks" an diesen Wettkämpfen teilnehmen. Ob Smart oder Simcar, alle Kategorien von Fahrzeug sind am Start und fahren auch in einer Kategorie. "Die Parcours werden den Fahrzeug-Maßen angepasst. So ist es dann egal, wer welches Auto fährt. Diejenigen, die in den alten Autos fahren, kennen jedes kleine Stückchen ihres Wagens. Da kommt es nicht so sehr auf die Technik an."

Nicht nur deswegen macht Stefanie Börnke dieser Sport jede Menge Spaß. Auch wenn der MSC Herten nur ein Mal in der Woche auf dem Herta-Gelände trainieren kann, ist die 30-Jährige froh, sich für Geschicklichkeitsfahren entschieden zu haben. Die Vorurteile sind ihr egal. "Ich bin eine Frau und mache Motorsport. Für viele passt das nicht zusammen. Ich muss den anderen natürlich nichts beweisen. Es ist aber schön zu sehen, wie sich einige Männer auf den Wettkämpfen ärgern, wenn ich vor ihnen stehe." Der Zusammenhalt bei den Turnieren ist dennoch riesig. Bestes Beispiel: Die zweitplatzierte bei den Deutschen Meisterschaft, Andrea Lemberg (AC Oelde), ist Stefanie Börnkes beste Freundin. Von Neid und Missgunst keine Spur. Und auch die Männer kannten den Erfolg der Hertenerin neidlos an. "Wir bestreiten im Jahr 30 Turniere. Da kennt und schätzt man sich untereinander. Das ist eine eingeschworene Gemeinschaft."

"Wir sind nicht die Formel Eins"

Die nationalen Titelkämpfe sind vorerst aber die Endstation für die MSC-Piloten. Welt- oder Europameisterschaften gibt es nicht. Dazu gäbe es zu wenige Kontakte ins Ausland. "Wir sind nun mal nicht die Formel Eins. In den Siegerpokal hat soeben eine Flasche Sekt gepasst", scherzte Stefanie Börnke, die zusammen mit ihrem Mann die Freizeit dazu nutzte, die Region in Südbayern kennen zu lernen.

ös war hingegen Stefan Börnke, der sich unnötige Fehler erlaubte und auf den 38. Platz abrutschte. "Dennoch, wir haben uns alle tierisch über den Titel gefreut. Das ist halt das Schöne an unsere tollen Gemeinschaft", verabschiedete sich Stefanie Börnke und fuhr los, ohne den Schulter-Blick zu vergessen. Eine hervorragende Autofahrerin eben.

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