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40. Norddeutsche Turniersport Meisterschaft in Schleswig (ADAC Schleswig Holstein) am 24.09.2005

Als letztes Highlight vor dem PKW-Bundesturnier am 08. Oktober im südbayerischen Bad Aibling stand für die Turnierfahrer aus den nördlichen ADAC Regionalclubs die Norddeutsche Turniermeisterschaft am 24. September 2005 in Schleswig auf dem Programm. Die Teilnehmer erwartete eine sehr professionell von der Turnierbeauftragten des ADAC Schleswig-Holstein, Marianne Brandt, organisierte Veranstaltung. Am Freitag trafen sich die Teilnehmer zur Papierausgabe in der Asgaard-Brauerei in Schleswig, wo auch die Turniersport-Beauftragten der teilnehmenden Regionalclubs Ihre Fachtagung abhielten. Anschliessend wurde noch bis spät in den Abend hinein geschnackt und geklönt. Bei der Nachfrage nach den Zielen einzelner Teilnehmer gab es die unterschiedlichsten Erwartungen. Von „einfach nur Spass haben“ über „nicht Letzte werden“ und „es klappt bestimmt nicht so gut“ bis zu klaren Aussagen wie „ein Platz auf dem Siegerpodest“ reichten die Aussagen. Die meisten Teilnehmer wurden in Ihren Erwartungen dann wohl auch nicht enttäuscht.

Samstagmorgen trafen sich dann auf dem Veranstaltungsgelände am Bauhof in Schleswig 36 Teilnehmer und Teilnehmerinnen um die Norddeutschen Meister zu ermitteln. Bei herrlichem Spätsommerwetter, das den ganzen Tag über anhalten sollte, wurde bereits bei den ersten Teilnehmern deutlich, dass es der Parcours in sich hatte. Speziell im doppelten Rückwärtsslalom war exakte Fahrkunst gefragt. Einmal aus dem Rhythmus gekommen konnte man dort viel Zeit verlieren.

Zur Proberunde startete zunächst der Sportleiter des ADAC Schleswig-Holstein, Thorsten Johne, der die Veranstaltung moderierte, auf seinem Audi TT. Er nahm die Aufgaben aber nicht ganz so ernst wie die Teilnehmer und moderierte aus dem Fahrzeug heraus auf die lustige Art seine Eindrücke an und in den Hindernissen.
Der erste fehlerfreie Lauf gelang erst mit der Startnummer 20 Fritz Günther aus dem Regionalclub Berlin-Brandenburg auf einem Trabant 1.1. Er sorgte im Wendeviereck auf drei Rädern für eine spektakuläre Einlage, blieb aber fehlerfrei und landete nach dem ersten Lauf unter den besten zehn. Spannend wurde es zum Ende des Durchgangs, als ein fehlerfreier Lauf dem Nächsten folgte. Siegried Groth fuhr dabei die schnellste Zeit mit 55,08 Sekunden im ersten Lauf und verwies Kay Kudinow und Wolfgang Drümmer auf die Plätze. Auf Platz 4 fand sich nach dem ersten Lauf Marianne Brandt als beste Dame wieder. Ihr folgten Stefanie Börnke vom ADAC Ostwestfalen-Lippe und Petra Soczek aus Bremen, beide blieben allerdings nicht fehlerfrei. Recht früh an den Start im zweiten Lauf, der in umgekehrter Reihenfolge zum Ergebnis des ersten Laufs gestartet wurde, ging Thomas Brandt, der mit sechs Fehlern im ersten Lauf weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben war. Da der schlechteste der ersten beiden Läufe gestrichen wurde galt es, nun die Nerven zu behalten und mit einer souveränen Nullrunde und einer Zeit von knapp über 60 Sekunden katapultierte sich Thomas in die Spitzengruppe. Dort etablierten sich Siegfried Groth, Wolfgang Drümmer und Kay Kudinow. Die eingeweihten Turnierfahrer wissen, dass Kay sich seinen zweiten Lauf eigentlich sparen konnte, denn er sollte ja wegen seines „Nichterscheinens“ zum Turnier in Kiel im August mit fünf Fehlern belastet werden und siehe da, es klappte doch tatsächlich mit den fünf Fehlern!!! Also war der zweite Lauf für Kay das Streichergebnis. Doch für den Bereich Weser-Ems holte Gerhard Schichter nach einem ebenfalls schnellen fehlerfreien zweiten Lauf die Kohlen aus dem Feuer. Marianne Brandt machte als führende Dame im zweiten Lauf zwar drei Fehler, da aber auch die anderen Turnierfahrerinnen erneut Fehler machten blieb sie führende Dame in der Konkurrenz.

Jetzt galt es nach der Mittagspause noch zwei gute Läufe auf den Asphalt zu bringen, denn beide Läufe gingen noch in die Wertung ein.
Bei den Damen lag nach dem dritten Lauf weiterhin Marianne Brandt in Führung vor Stefanie Börnke. Beide machten im dritten Lauf einen Fehler, so dass der Abstand zwischen beiden Fahrerinnen fast gleich blieb. Stefanie startete damit vor Marianne in den vierten Lauf und kam gut und auch schnell über den Parcours. Doch in der Fahrgasse vergab Sie durch eine kleine Unachtsamkeit alle Siegchancen. Drei Klötzchen fielen und damit gingen noch einmal 1,5 Fehler mit in die Wertung ein. Marianne Brandt konnte also beruhigt in den letzten Lauf gehen. Auch Sie machte zwar 1,5 Fehler, fuhr auch über 13 Sekunden langsamer als Steffi, aber der Vorsprung war groß genug, um am Ende den neunten Norddeutschen Meistertitel unter Dach und Fach zu bringen.

Die Starter aus Weser-Ems standen vor dem letzten Lauf mächtig unter Druck, ging es doch für sie um die Qualifikation zum Bundesturnier in Bad Aibling. Nur Kay Kudinow konnte befreit auffahren, da er als Gaumeister die Qualifikation sicher hatte. Auch Gerhard Schichter hatte nach einem erneuten fehlerfreien dritten Lauf einen beruhigenden Vorsprung auf seine Turnierkollegen aus dem eigenen Gau herausgefahren. Es ging also um den dritten Startplatz für Bad Aibling. Alle angetretenen Fahrer aus Weser-Ems kamen exzellent mit dem Druck zurecht und am Ende konnten alle Fahrer drei Nullfehler-Läufe in Wertung für sich beanspruchen. Mit knapp drei Sekunden Vorsprung sicherte sich Peter Achenbach aus Haselünne den Startplatz für das Bundesturnier vor Manfred Sandersfeld und Wilke Burmester. Im Gesamtergebnis reichte es damit für die Plätze sieben bis neun. Deutlich vor diesem Trio kam Rainer Jordan vom ADAC Niedersachsen auf Platz sechs in der Gesamtwertung. Trotz eines kaputten Getriebes behielt auch er die Nerven und blieb fehlerfrei. Nach dem dritten Lauf entscheidend vom Feld abgesetzt hatten sich die fünf dominierenden Fahrer dieser Meisterschaft. Vor dem entscheidenden vierten Lauf hieß es im Klassement Siegfried Groth vor Wolfgang Drümmer, Gerhard Schichter, Thomas Brandt und Kay Kudinow, allesamt bisher ohne Fehler in ihren zwei Wertungsläufen und nur knapp durch die Fahrzeiten getrennt. Wer hier und heute gewinnen wollte, durfte sich also auch im vierten Lauf keinen Fehler erlauben. Als Fünftplatzierter ging als erstes von den Favoriten Kay Kudinow aus Rastede an den Start. Leider hatte er ein paar kleine Haken im Rückwärtsslalom und verlor wichtige Sekunden, aber immerhin blieb er fehlerfrei und setzte sich an die Spitze des Feldes. Als nächstes folgte Thomas Brandt, der unbedingt noch einen Platz auf dem Siegerpodest erreichen wollte. Er steigerte seine Zeit aus den ersten Läufen nochmals auf 62,30 Sekunden und blieb zur Freude der heimischen Fans fehlerfrei. Damit übernahm er im Zwischenklassement die Führung. Als nächstes folgte Gerhard Schichter. Seine Fahrt mit dem BMW 2002 tii war ebenfalls schön anzusehen. Mit einer gewissen Vorsicht an den Gattern reichte es zu einer fehlerfreien Runde in 62,38 Sekunden. Der Vorsprung vor dem entscheidenden Lauf war groß genug, um damit die Führung zu übernehmen. Die Spannung steigerte sich weiter, als Wolfgang Drümmer vom ADAC Hansa auf den Parcours geschickt wurde. Schade, es klapperte bereits am ersten Hindernis, der Spurgasse und damit verspielte Wolfgang seine Chancen auf einen Platz unter den Top Drei. 67,27 Sekunden war seine Fahrzeit im letzten Durchgang und da es bei dem einen Fehler blieb, fand er sich auf Platz vier wieder. Letzter Starter des Tages war dann Siegfried Groth, der seinen Simca Rallye 3 wieder gewohnt sicher über den Parcours steuerte. Nie hatte man das Gefühl, er könnte einen Fehler machen. Am Ende blieb die Uhr bei 58,48 Sekunden stehen und das reichte mit fast 14 Sekunden zum Titel des Norddeutschen Meisters.

Dieses war der richtige Höhepunkt einer sehr gelungenen Veranstaltung. Noch auf dem Platz wurden die jeweils drei Erstplatzierten in der Damen- und Herrenwertung geehrt. Eine Überraschung hatte die Turnierleiterin Marianne Brandt für Thorsten Johne parat. Er bekam für seine tolle Moderation der Veranstaltung eine Riesen Schwarzwälder Kirsch Torte überreicht.

Am Abend fand dann die offizielle Siegerehrung wieder in der Asgaard Brauerei statt. Spendabel zeigten Sich die Fahrer aus dem Regionalclub Weser-Ems. Sie konnten die Mannschaftswertung mit knapp fünf Sekunden Vorsprung vor dem Team aus Schleswig-Holstein für sich entscheiden und nahmen strahlend das 30 Liter Fass Bier der Asgaard Brauerei in Empfang, das für den Mannschaftssieger ausgelobt war. Alle Turnierfahrer und Begleitpersonen wurden dann auf ein oder auch mehrere Biere eingeladen und so wurde noch ausgiebig gefeiert, bevor die Teilnehmer am Sonntag den Heimweg antraten.

Carsten Winkler
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