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33. Westdeutsche Turniersport Meisterschaft in Rodenkirchen (ADAC Weser-Ems) am 08.09.2007

Spannung pur bei der diesjährigen Westdeutschen Turniermeisterschaft


Am Samstag, den 08. September führte der ADAC Weser-Ems erstmals die Westdeutsche ADAC Turniersportmeisterschaft durch. Mit der Durchführung war der MSC Rodenkirchen beauftragt, ein ambitionierter Turnierclub nördlich von Bremen gelegen, der sich in den vergangenen Jahren durch hervorragende Nachwuchsarbeit im PKW Turniersport einen Namen gemacht hat. Insgesamt stellten sich 45 Fahrerinnen und Fahrer dem anspruchsvollen Parcours. Neben zwei Vorwärtsgattern hatte es die Kreisbahn und die Fahrgasse, die zunächst rückwärts angefahren wurde, in sich.  Der Kreis der Favoriten war groß. Neben Horst und Ute Erning vom ADAC Nordrhein konnte man auch von Thomas Merk vom ADAC Ostwestfalen-Lippe eine gute Platzierung erwarten, ebenso von den Fahrern des ADAC Westfalen mit Martin Tieben, Stefan Börnke, Carsten Winkler, Dawid Wieder und der Titelverteidigerin bei den Damen Stefanie Börnke. Die Favoritenrolle lastete aber sicher auf den Fahrern des ADAC Weser-Ems, die in breiter Front für vorderste Platzierungen gut waren.

Leider gab es bei der Parcoursbegehung am Samstagmorgen einige Ungereimtheiten, die erst geklärt werden mussten. Somit ging der erste Teilnehmer mit einer 45-minütigen Verspätung an den Start. Im ersten Lauf gingen alle Fahrer sehr behutsam zu Werke, zumal der Wettergott noch nicht mitspielte und fast alle Teilnehmer im Regen fahren mussten. Der Platz war sehr rutschig und so konnten die PS-Starken Fahrzeuge ihren Vorteil nicht ausspielen. 

Am Ende gab es trotzdem nur wenige fehlerfreie Läufe im ersten Umlauf zu sehen. So führte mit einer Fahrzeit von 77 Sekunden Horst Erning vor Stefan Bösewill mit 82 Sekunden und Carsten Winkler mit 84 Sekunden. Weit vorne mischten auch Kay Kudinow, Gerhard Schichter, Manfred Sandersfeld und Wilke Burmester, alle vom gastgebenden ADAC Weser-Ems, mit. Doch auch ein Neuling, Patrick Wieder vom AC Oelde, zeigte bei seiner ersten Teilnahme an der WAT einen guten Einstand und fand sich nach dem ersten Lauf auf Platz sechs wieder.

Im zweiten Umlauf galt es dann bei wesentlich besseren Bedingungen für viele Fahrer den ersten schlechteren Lauf auszugleichen. Das gelang leider nur Wenigen und so konnten sich einige der Favoriten weiter absetzen. Bei den Damen behauptete Petra Soczek vom ADAC Weser Ems Ihre Führung, die sie bereits nach dem ersten Lauf innehatte. Es folgte auf Platz zwei Ute Erning vor der zweiten Fahrerin des ADAC Weser-Ems, Andrea Stührenberg vom gastgebenden MSC Rodenkirchen. Die junge Polo-Fahrerin hatte keine Nerven und zeigte in ihrem insgesamt erst fünften Turnier eine bemerkenswerte Leistung. 

Bei den Herren wurde das vordere Feld dann doch ein wenig durcheinander gebracht. Martin Tieben vom ADAC Westfalen, im ersten Lauf schon mit zwei Fehlern belastet fuhr eine Zeit von 72 Sekunden, allerdings wieder mit drei Fehlern am Rückwärtsgatter. Somit war eine vordere Platzierung fast unmöglich. Dawid Wieder machte es kaum besser, 2,5 Fehler in der Flaschengasse und eine Zeit von 78 Sekunden bedeuteten auch für ihn zunächst nur einen Platz im Mittelfeld. Auch sonst schafften es die Spitzenfahrer kaum, fehlerfreie Läufe auf den Asphalt zu zaubern. Horst Erning, Führender nach Lauf 1, räumte eine komplette Seite der Fahrgasse ab und mit 5,5 Fehlern fiel er zunächst weit zurück. Carsten Winkler fuhr im zweiten Lauf mit 71 Sekunden zwar die absolute Tagesbestzeit, aber zwei Fehler liessen auch ihn zurückfallen. Das gleiche Schicksal ereilte Stefan Bösewill, ebenfalls zwei Fehler und eine Zeit von 74 Sekunden reichten im Zwischenergebnis zu Platz sieben. Patrick Wieder überraschte alle und konnte sich mit einer Fahrzeit von 83 Sekunden trotz eines halben Fehlers in der Fahrgasse auf Platz vier verbessern und auch  Kay Kudinow rutschte trotz eines Parcoursfehlers am Gatter auf Platz fünf vor. Nach dem zweiten Umlauf gab es eine Dreifachführung für den ADAC Weser-Ems. Mit Gerhard Schichter, Wilke Burmester und Manfred Sandersfeld lagen genau die Piloten vorne, denen bereits zwei fehlerfreie Läufe geglückt waren.

Es kam also zum Showdown im dritten Umlauf. Nachdem sich die Fahrer auf den hinteren Rängen nur unwesentlich steigern konnten, wurde es erst spannend, als die letzten 20 Fahrer am Start standen. Bis dato führte Stefanie Börnke das Feld an. Trotz wenig überzeugender Runden gelangen der noch amtierenden Westdeutschen Meisterin zwei schnelle Runden. Vier Fehler waren allerdings zuviel, um ganz nach vorne zu fahren. Immerhin reichte es Steffi zu Rang zwei in der Damenwertung noch vor Ute Erning und einer weiterhin toll kämpfenden Andrea Stührenberg. Den Titel aber ließ sich Petra Soczek nicht mehr nehmen. Sie spielte all ihre Erfahrung aus um im letzten Lauf eine schnelle Nullrunde zu fahren und das reichte überlegen zum Sieg. Jetzt wurde es bei den Herren spannend. Horst Erning mit einer guten Vorleistung aus der ersten Runde fand zurück zu alter Stärke und fuhr einen zweiten fehlerfreien Lauf in 76 Sekunden. Jetzt galt es abzuwarten, was die Konkurrenz macht. Dawid Wieder fuhr seine erste Nullrunde in 78 Sekunden, Vorstoß bis auf Platz 14, Martin Tieben machte es seinem Gaukollegen nach, ebenfalls Null Fehler und erneut eine Traumzeit von 72 Sekunden, am Ende Platz 13. Frank Fleischer vom ADAC Nordrhein legte eine weitere fehlerfreie Runde nach, am Ende für ihn Platz elf, knapp hinter seinem Clubkollegen Markus Lipgens, der zwar einen halben Fehler mit in die Wertung nehmen musste, aber insgesamt schneller unterwegs war. Noch acht Starter standen bereit. Als nächstes ging Joachim Heinz, nicht immer der zuverlässigste Null-Fehler Fahrer, an den Start. Doch dieses Mal reichte es zu einem zweiten Nuller, die Zeit 93 Sekunden, am Ende Platz sieben. Danach Stefan Bösewill. Er ging volles Risiko, 76 Sekunden die Fahrzeit, aber ein Parcourfehler und Platz acht im Gesamtklassement. Jetzt Carsten Winkler, wieder schnell und sicher unterwegs, aber in der Fahrgasse fallen auch bei ihm zwei Klötze. Mit einer Fahrzeit von 80 Sekunden reiht sich der Starter des ADAC Westfalen auf Platz neun ein. Nach ihm startet direkt Kay Kudinow. Er wagt in der Kreisbahn etwas zuviel und dreht sich spektakulär. Vier Fehler am Ende und keine weitere Verbesserung, letztlich bleibt für ihn „nur“ der 12. Platz. Völlig entspannt sitzt Patrick Wieder am Steuer des VW Lupo und schaut sich den Fauxpas von Kay an, dann geht es auch für ihn los zur letzten Runde. Zügig, aber mit genügend Vorsicht an den Hindernissen spielt der Oelder Nachwuchsfahrer mit der Konkurrenz und lässt die Mannschaft des Westfalen jubeln. Wiederum Null Fehler und eine erneute Zeitverbesserung auf 81 Sekunden, am Ende zwar kein Podestplatz aber er hält den vierten Platz nach dem zweiten Umlauf, eine super Leistung.  Jetzt die letzten drei Fahrer. Zunächst Manfred Sandersfeld. Er packt den Turbo aus, steigert sich auf unglaubliche 75 Sekunden und bleibt erneut fehlerfrei, damit geht es für ihn zunächst vor bis auf Platz zwei. Wilke Burmester kann da nicht ganz mithalten. Schon am Vorwärtsgatter ist für ihn der Traum von einem besseren dritten Lauf vorbei. Er freut sich aber trotzdem über zwei fehlerfreie Runden und Lohn ist am Ende der fünfte Platz für ihn. Die Spannung steigt. Gerhard Schichter treibt als letzter Fahrer den BMW 02 über den Parcours. Alles sieht gut aus, bis zur Einfahrt in die Kreisbahn. Dort trifft er den Pfosten und bekommt drei Fehler, die Entscheidung ist gefallen. Horst Erning ist neuer Westdeutscher Meister vor Manfred Sandersfeld und Gerhard Schichter.

Die Ehrenrunde fahren Petra und Horst unter dem Applaus der übrigen Teilnehmer gemeinsam auf dem BMW 02.

Am Abend dann fand die Siegerehrung im Hotel Albrechts in Rodenkirchen statt. Jeder Teilnehmer bekam ein kleines Erinnerungsgeschenk und nach dem offiziellen Teil ließ man den Abend bei Musik und Tanz standesgemäß ausklingen.

Im nächsten Jahr wird der ADAC Westfalen Ausrichter der Westdeutschen Turniermeisterschaft sein und man kann sich schon jetzt auf die Wiederholung einer hoffentlich dann ebenso spannenden Veranstaltung freuen. 


Carsten Winkler





Quelle: Kreiszeitung Wesermarsch vom 11.09.2007

Nachwuchsteam schlägt sich wacker

Motorsportclub Rodenkirchen richtet Westdeutsche Meisterschaft im Turniersport aus - Regen macht Autofahrer zu schaffen

Rodenkirchen (ums). Da hatte Benjamin Ullrich keine Chance: Statt rückwärts ans Gatter zu fahren, drehte sich sein Auto auf der regennassen Strecke plötzlich einmal um die eigene Achse und stand nun mit dem Kühler vor der Absperrung. "Das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse muss eben hundertprozentig stimmen", kommentierte Stefan Bösewill. Er muss es wissen, denn immerhin war er 1988 bereits einmal Deutscher Meister und ging am Wochenende bei der 33. Westdeutschen Turniersport-Meisterschaft als Titelverteidiger an den Start .

Trotz seines Missgeschicks war Benjamin Ullrich durchaus zufrieden. Der junge Rodenkircher ist noch dabei, Erfahrungen zu sammeln.

Die machten am Wochenende auch die anderen jungen Lokalmatadoren des die ADAC-Meisterschaft ausrichtenden Motorsportclubs Rodenkirchen (MSCR): Jörn Bohlken, Andrea Stührenberg und Artem Wilhelm. Christoph Warnick hatte die Qualifikation vor kurzem bei der Weser-Ems-Meisterschaft um nur einen Platz verpasst, war aber trotzdem dabei - als Streckenposten auf dem kleinen Marktplatz.

Viel Lob

Für diese junge Rodenkircher Truppe gab es Lob von allen Seiten. "MSCR-Turnierleiter Jürgen Rodewald hat eine tolle Truppe beisammen. Da wird noch was draus", ist sich der ADAC-Medienbeauftragte Willi Bösewill sicher. Sein Sohn Stefan pflichtete ihm bei. Der ehemalige Deutschland-Champion konnte es in Rodenkirchen gemächlich angehen lassen, denn er hatte sich bei einem Wettbewerb zuvor schon für die im Oktober im sächsischen Treuen stattfindende Deutsche Meisterschaft qualifiziert.

"Die, die vorne dabei sind, bewältigen den Parcours ohne Fehler", sagte der Fachmann. Die Gefahr, Punkte zu verlieren, lauerte allerdings überall.

Zuerst musste ein Tor durchfahren und vor einer Wand gehalten werden. Die Stoßstange durfte höchstens 15 Zentimeter entfernt sein. Gleich danach mussten diese beiden Aufgaben im Rückwärtsfahren bewältigt werden.

Spurgasse und Kreisbahn

Es folgten eine Spurgasse, eine Parklücke und eine Kreisbahn. Danach musste wieder vor einem Gatter gehalten werden. Rückwärts ging es anschließend durch eine enge Fahrgasse. Danach wurde das Ziel angesteuert, in dem das Fahrzeug so gestoppt werden musste, dass sich die Stoßstange über einer am Boden markierten Linie befand.

"Alle Aufgaben sind den alltäglichen Situationen im Straßenverkehr nachempfunden", hob Willi Bösewill hervor. Damit alle Teilnehmer gleiche Chancen haben, wurden die Aufgaben dem jeweiligen Fahrzeugmodell angepasst, denn gestartet wird bei diesen Meisterschaften immer mit dem eigenen Auto.

Weil die Besten auch in Rodenkirchen den Parcours in der Regel fehlerlos durchfuhren, musste die Zeit über Sieger und Platzierte entscheiden. "Ich bin einmal wegen acht hundertstel Sekunden an der Qualifikation zur Norddeutschen Meisterschaft gescheitert", berichtete Wilke Burmester aus Varel. Auch in Rodenkirchen ging es unter den 46 Teilnehmern knapp zu.

Trotz des durchwachsenen Wetters, unter dem einige Autofahrer zu leiden hatten, war der Motorsportclub sehr zufrieden mit dem Ablauf der ganztägigen Veranstaltung.
Auch wenn es noch die eine oder andere Panne gab, schlug sich das Team des Motorsportclubs Rodenkirchen bei der Westdeutschen ADAC-Turniersport-Meisterschaft hervorragend. Das Foto zeigt (von links) Jörn Bohlken, Christoph Warnick, Andrea Stührenberg, Benjamin Ullrich und Artem Wilhelm




Quelle: Nordwestzeitung vom 10.09.2007


Fehlerlos durch den Parcours

MOTORSPORT  MSC Rodenkirchen verdient sich als Ausrichter ein Sonderlob

Horst Erning aus Nordrhein wurde 33. Westdeutscher Turniersport-Meister. Die vier MSC-Starter landeten im Mittelfeld.

VON ROLF BULTMANN

RODENKIRCHEN - Seine vier Teilnehmer standen zwar nicht auf dem Siegerpodest, dennoch gehörte auch der Motorsportclub Rodenkirchen zu den Siegern der 33. Westdeutschen Turniersport-Meisterschaft. Für deren vorbildliche Ausrichtung am Sonnabend auf dem kleinen Marktplatz in Rodenkirchen erhielten die Verantwortlichen des MSC erneut viel Lob und Anerkennung.

45 Motorsportler aus den ADAC-Bereichen Ostwestfalen/Lippe, Westfalen, Nordrhein und Weser-Ems traten zu den Titelkämpfen in Rodenkirchen an. Sie mussten den Parcours mit seinen zehn Aufgaben wie Einparken, Spur- und Fahrgassen (vor- und rückwärts) sowie Tordurchfahrten dreimal durchfahren. Die beiden besten Durchgänge wurden gewertet Die Maße der Hindernisse wurden jeweils den Fahrzeuggrößen angepasst.

Mit zwei fehlerfreien Fahrten und der schnellsten Gesamtzeit von 153,48 Sekunden gewann Horst Erning aus Nordrhein nach 2005 zum zweiten Mal den Titel des Westdeutschen Turniersport-Meisters. Den 2. Platz belegte Manfred Sandersfeld (Weser-Ems/156,97) Sekunden. Dritter wurde Gerhard Schichter (Weser-Ems/160,85 Sekunden). Titelverteidiger Stefan Bösewill (Weser-Ems/179,44) musste sich mit dem 8. Rang begnügen.

Bester Teilnehmer des gastgebenden MSC Rodenkirchen war Artem Wilhem als 16. (242,56 Sekunden). Die weiteren Platzierungen der MSC-Turniersportler: 22. Benjamin Ullrich (273,31 Sekunden), 24. Jörn Bohlken (276,20 Sekunden) und 26. Andrea Stührenberg (279,52 Sekunden). Letztere belegte in den Damen-Wertung den 4. Platz. Es siegte die ehemalige Deutschen Meisterin Petra Soczek (Weser-Ems/211,24 Sekunden). Mit ihrem Abschneiden waren die MSC-Starter zufrieden, zumal drei von ihnen den Turniersport erst seit wenigen Monaten betreiben.

Der MSC Rodenkirchen sei, was die Nachwuchsarbeit im Turniersport betrifft, der Vorzeigeclub im ADAC-Bereich Weser-Ems, machte dessen Beauftragter für den Turniersport, Kay Kudinow, während des Festabends in Albrechts Hotel deutlich. Mit der Vergabe des Ausrichtung an den MSC Rodenkirchen habe man eine sehr gute Wahl getroffen, lobte Kay Kudinow die Arbeit und das Engagement des Rodenkircher Vereins

Das Lob gab Turnierleiter Jürgen Rodewald an sein 30-köpfiges Helferteam weiter, dem auch MSC-Vorsitzender Rainer Bohlken angehörte. Der Aufwand sei aber schon immens gewesen.

Das seitliche Einparken gehörte für die Turnierfahrer zu den schwierigsten Aufgaben im Hindernis-Parcours. 


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