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Deutsche Meisterschaft im PKW-Turniersport am 09.10.2010 in Treuen (ADAC Sachsen)

Würdiger Saisonhöhepunkt der Turniersportler im sächsischen Treuen

Der ADAC Sachsen war nach 2007 zum zweiten Mal Ausrichter der Deutschen Meisterschaft im PKW-Turniersport, und auch dieses Mal boten die Mitglieder des MSC Globus Pausa den Spitzenfahrern aus ganz Deutschland eine hervorragende und stimmungsvolle Meisterschaft. Auf dem Vereinsgelände in Treuen gingen fast 50 Fahrerinnen und Fahrer aus ganz Deutschland auf die Jagd nach Meisterehren.

In der Damenkonkurrenz setzten sich die Favoritinnen gleich im ersten Lauf an die Spitze. Mit Andrea Lemberg aus Westfalen, Marianne Brandt vom ADAC Schleswig-Holstein sowie Sabine Jentsch aus Hessen-Thüringen blieben allerdings nur drei Fahrerinnen fehlerfrei. Nicht so gut in den Wettkampf kam die Titelverteidigerin aus Württemberg, Jutta Karls. Leider sollte das an diesem Tag auch so bleiben und am Ende stand ein enttäuschender sechster Platz. Auch die Damen vor ihr waren mit größeren Erwartungen an den Start gegangen, aber auch Ute Erning vom ADAC Nordrhein und Kornelia Günther-Sahr aus dem Regionalclub Südbaden mussten schliesslich den drei oben genannten Fahrerinnen den Vortritt lassen und verpassten das Podest knapp. Zwei fehlerfreie Läufe reichten Sabine Jentsch, um den dritten Platz zu sichern. Knapp davor behauptete sich Andrea Lemberg, die zwar zwei Fehler mit in die Wertung nehmen musste aber auf Grunde der schnelleren Fahrzeiten knapp eine Sekunde vor Sabine Jentsch landete. Allerdings konnte auch sie den erneuten Titelgewinn von Marianne Brandt nicht verhindern, zu souverän war die Spitzenfahrerin aus Schleswig-Holstein an diesem Tag. Sie schaffte es als einzige Dame, drei fehlerfreie Läufe auf den sächsischen Asphalt zu zaubern und wurde damit verdient Deutsche Meisterin 2010.

Auch in der Herrenwertung war ein Fahrer an diesem Tag nicht zu schlagen. Rolf Oswald vom ADAC Württemberg stand bereits vor der abschliessenden dritten Wertungsrunde als alter und neuer Deutscher Meister fest. Er distanzierte die gesamte Konkurrenz in den ersten beiden Runden gleich um mehrere Sekunden. Somit waren auch die acht Fehler im abschliessenden dritten Lauf nicht mehr von Bedeutung.

Für alle weiteren Fahrer ging es somit nur noch um den Vizemeistertitel. Dabei stellte sich der Parcours als sehr anspruchsvoll heraus und zahlreiche Spitzenfahrer schafften es an diesem Tage nicht zwei fehlerfreie Läufe zu fahren, darunter auch Helmut Winhold aus Nordbayern (Platz 22 am Ende), Horst Erning aus dem Regionalverband Nordrhein (15.), Lokalmatador Christian Löwe (14.), Thomas Brandt aus Schleswig-Holstein (13.), Hans-Peter Sahr, Gau Südbaden (12.) und Stefan Bösewill aus Bremen (11.). Lediglich der Hessenmeister Peter Löbach konnte sich mit einem Parcoursfehler unter die Top Ten schieben und verdrängte mit wenigen Hundertstel Sekunden Vorsprung Rainer Jordan vom ADAC Niedersachsen auf den 10. Platz.

Um aber unter die Top Acht zu fahren waren unbedingt zwei fehlerfreie und schnelle Läufe Pflicht. Der erste, der das schaffte, war Hajo Schwob aus dem Gau Nordrhein. Nach zwei fehlerfreien Läufen riskierte der Lancia Pilot im Finaldurchgang allerdings etwas zu viel und konnte sich nicht weiter verbessern. Trotzdem war er mit Rang Acht mehr als zufrieden. Gleiches galt auch für den Siebtplatzierten. Carsten Winkler aus Westfalen sicherte mit einer beherzten Nullrunde im Finaldurchgang die für ihn bisher beste Platzierung auf einer deutschen Meisterschaft. Dabei kostete den VW Lupo Piloten ein Korrekturzug im Parken sogar eine noch bessere Platzierung. Am Ende fehlten auf Platz fünf nur ganze 0,2 Sekunden. Genau diesen fünften Platz belegte Kay Kudinow auf dem Rover Mini, dem es als einer der wenigen Fahrer gelang, in allen drei Läufen fehlerfrei zu bleiben. Durch viel Risiko im letzten Lauf schob sich der Weser-Ems Fahrer noch einige Plätze nach vorne und konnte Marcel Drewes, einen der Shooting-Stars der Veranstaltung, um ganze 0,02 Sekunden auf Distanz halten. Aber der junge Fahrer aus Württemberg war auch mit dem sechsten Platz auf seiner ersten Deutschen Meisterschaft mehr als zufrieden. Überhaupt war die Mischung zwischen Jung und Alt auf den vorderen Plätzen sehr ausgeglichen. Mit seinen 70 Jahren zeigte sich der „Turnier-Oldie“ Siegfried Groth an diesem Tag von seiner besten Seite. Mit fünf Fehlern in den Wettkampf gestartet spielte er seine ganze Routine in den beiden folgenden Läufen aus, die er fehlerfrei ins Ziel brachte und die am Ende zu Platz vier reichen sollten.

Den Platz auf dem Podest machte ihm ein weiterer Youngster streitig. Mit Dawid Wieder konnte sich erstmals seit vielen Jahren wieder ein Fahrer aus Westfalen einen Podestplatz sichern. Die beste Schlussrunde unter allen Teilnehmern liessen den mehrfachen Westdeutschen Meister noch von Platz 14 bis auf Platz drei klettern und damit war der VW Polo Pilot sicher eine der positiven Überraschungen dieser deutschen Meisterschaft. Neben Rolf Oswald war es Klaus Oswald, der für Dawid Wieder dieses Mal unerreichbar blieb und seinen Vizemeistertitel aus dem Vorjahr bestätigte. Dabei hatte es auch für ihn zunächst nicht nach einem Durchmarsch ausgesehen. Zwei Fehler im ersten Wertungslauf setzten den Spitzenfahrer aus Württemberg früh unter Druck. Doch damit konnte der Golf GTI Fahrer sehr gut umgehen und zeigte zwei weitere blitzsaubere Umläufe, die schliesslich auch mit dazu beitrugen, dass der ADAC Württemberg die Tradition mit dem Sieg in der Mannschaftswertung fortführte. Auf den weiteren Plätzen folgten mit gebührendem Abstand der ADAC Schleswig-Holstein und der ADAC Westfalen.

Bei herrlichem Wetter wurden die Sieger zunächst noch auf dem Platz und später bei der stimmungsvollen Siegerehrung im Ratskeller in Rodewisch geehrt. Die Regionalverbände müssen also ein weiteres Jahr auf die Wachablösung des ADAC Württemberg warten und werden sicher alles daran setzen bei der nächsten Deutschen Meisterschaft 2011 in Schleswig-Holstein wieder anzugreifen.                  


Carsten Winkler




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