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Norddeutsche Meisterschaft am 25.09.2010 in Meldorf (ADAC Schleswig-Holstein)

Siegfried Groth siegt an alter Wirkungsstätte

Am vergangenen Wochenende fand in Meldorf die 45. Norddeutsche ADAC Turniersport-Meisterschaft statt. Ausrichter war der ADAC Schleswig-Holstein. Die Sportabteilung und die Turniersportbeauftragte Marianne Brandt hatten für die Meisterschaft tolle Rahmenbedingungen geschaffen. Dazu kam am Veranstaltungstag bestes Wetter.

Auf dem Gelände der Firma ALDRA sorgten insgesamt 35 Teilnehmer und Teilnehmerinnen für sehr guten und interessanten PKW-Turniersport. Unter den Augen der ALDRA Geschäftsführung und den Kollegen der Sportabteilung sowie einigen Zuschauern, die den Besuch mit dem Tag der offenen Tür bei der ALDRA verbanden waren die Teilnehmer schon im ersten Wertungslauf, der um 09.00 Uhr pünktlich begann, hellwach. Viele der Favoriten gaben sich zunächst keine Blöße und sorgten mit einer ersten fehlerfreien Wertungsrunde für die Grundlage, am Ende des Tages einen Spitzenplatz zu belegen. Dennoch hatten einige Favoriten auch Probleme gut in das Turnier zu kommen. Kai Wiechert beispielsweise, als Titelverteidiger auch in Meldorf wieder ein heißer Sieganwärter, musste sich nach drei Parcoursfehlern zunächst mit dem 20. Platz begnügen. Leider sollten sich im Verlauf des Turniers beim Kieler weitere Fehler einschleichen. Zwar gelang ihm später noch ein fehlerfreier Lauf, das aber war zu wenig für ein gutes Resultat. Am Ende stand für Kai Wiechert der enttäuschende 16. Platz.

Nur wenig besser erging es Marianne Brandt als Titelverteidigerin bei den Damen. Normalerweise die Zuverlässigkeit in Person zeigte auch sie ungewohnte Schwächen und haderte vor allem mit der Spurgasse, bei der sie sich in drei der vier Wertungsläufe einen Fehler einhandelte. Somit musste bis zum Schluss gezittert werden, ob es zur erfolgreichen Titelverteidigung reichen würde. Schlussendlich konnte sich Marianne Brandt knapp vor Petra Soczek vom ADAC Weser-Ems und Beate Rost, einer weiteren Spitzenfahrerin aus Schleswig-Holstein durchsetzen. Der 18. Platz im Gesamtklassement war allerdings doch eine Enttäuschung.

Bei den Herren dagegen war von Beginn an höchste Konzentration gefragt. Ein fehlerfreier erster Wertungslauf war nötig, um sich zunächst einmal überhaupt in der Top Ten zu behaupten. Dazu reichte es beim Mitfavoriten Stefan Bösewill vom ADAC Weser-Ems zunächst nicht. Zwei Fehler im ersten Umlauf setzten den Bremer schon früh unter Druck und er musste von Platz 16 seine Aufholjagd starten. Das gelang zunächst mit einem exzellenten fehlerfreien zweiten Lauf, der ihn nach zwei Läufen auf Platz zehn brachte, knapp vor Andreas Kopp vom ADAC Ostwestfalen-Lippe. Der sollte am Ende der einzige Fahrer sein, dem vier fehlerfreie Läufe gelangen. Platz neun im Endergebnis war der Lohn dafür. Ganz vorne entwickelte sich ein überaus spannender Wettkampf. So gab es bis zur Mittagspause nach dem zweiten Lauf zahlreiche Piloten, die bereits zwei fehlerfreie Läufe ins Ziel brachten. Darunter waren auch Rainer Jordan vom ADAC Niedersachsen-Sachsen Anhalt sowie Hans Günther auf seinem Trabant vom Regionalclub Berlin Brandenburg und Thomas Brandt, hochgehandelter Spitzenfahrer des gastgebenden ADAC Schleswig-Holstein. Leider konnten diese drei Fahrer in den abschliessenden beiden Wertungsläufen am Nachmittag die gute Form nicht kompensieren.

Am Ende belegte das Trio in der Reihenfolge Thomas Brandt, Hans Günther und Rainer Jordan die Plätze sechs bis acht. In den Kampf um die vordersten Plätze konnten Sie schlussendlich nicht eingreifen. Hierzu waren drei schnelle und fehlerfreie Läufe notwendig. Eben zu diesen Fahrerngehörte am Ende auch Stefan Bösewill, der mit zwei risikoreichen Läufen drei und vier noch einen großen Sprung nach vorne machte und auf Gesamtrang zwei einkam. Damit konnte er immerhin Spitzenfahrer wie Kay Kudinow, Wolfgang Drümmer und Wilke Burmester auf Distanz halten. Zugute kam ihm, dass Kay Kudinow zwar drei fehlerfreie Läufe ins Ziel brachte, aber im ersten Umlauf eine unplanmäßige Schleife vor dem Wendeviereck fahren musste, als er kurzzeitig mit zu hoher Geschwindigkeit mit seinem Rover Mini ins Schleudern geriet. Wolfgang Drümmer hatte Pech, dass er nach zwei Wertungsläufen auf Grund technischer Probleme das Fahrzeug wechseln musste. Dennoch gebührt dem Spitzenmann aus dem Regionalclub Hansa großer Respekt, denn auf dem ungewohnten Ersatzfahrzeug gelang ihm noch ein schneller fehlerfreier Lauf zum Abschluss, der ihm den vierten Gesamtrang knapp hinter Kay Kudinow aber noch vor Wilke Burmester einbrachte. Zwischen den Plätzen drei und fünf lagen am Ende nur knapp 1,5 Wertungspunkte.

Von all den Positionskämpfen liess sich ein Fahrer überhaupt nicht beeindrucken. Von Beginn an hellwach fuhr Siegfried Groth bereits in den ersten beiden Umläufen am Vormittag mit jeweils Laufbestzeit an die Spitze. Der Simca-Pilot liess sich auch durch einen Flüchtigkeitsfehler im dritten Wertungslauf nicht aus der Ruhe bringen. Er wusste, dass er als letzter Fahrer im abschliessenden vierten Wertungslauf nicht volles Risiko fahren, sondern lediglich fehlerfrei ins Ziel kommen musste. Das gelang souverän und mit über 18 Wertungspunkten Vorsprung gewann der „alte“ Mann des Turniersports den Titel des Norddeutschen Meisters 2010.

Beim ADAC Schleswig-Holstein war man zufrieden, dass beide Einzeltitel von heimischen Fahrern gewonnen wurden. Da konnte man es verschmerzen, dass der Mannschaftssieg an den ADAC Weser-Ems ging, der mit drei Fahrern unter den Top Fünf in dieser Kategorie nicht zu schlagen war.
Am Abend fand die diesjährige Norddeutsche Turniersport Meisterschaft mit der stimmungsvollen Siegerehrung auf dem ALDRA-Marktplatz einen würdigen Abschluss. 

Carsten Winkler




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