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Deutscher ADAC Turniersport Endlauf am 13. Oktober 2012 in Lemgo


Andrea Lemberg gelingt erfolgreiche Titelverteidigung

Andrea Lemberg vom Automobilclub Oelde e.V. im ADAC hat beim diesjährigen Turniersport-Endlauf des ADAC ihren Titel aus dem Vorjahr erfolgreich verteidigt. Bei den Herren siegte nach einjähriger Pause erneut Rolf Oswald und trug massgeblich dazu bei, dass auch das Team des ADAC Württemberg erneut Mannschaftsmeister wurde.

Wie so oft lag auch beim diesjährigen Endlauf Freud und Leid dicht beieinander. Die vom ADAC Ostwestfalen-Lippe ausgerichtete und vom AMC Retzen durchgeführte Veranstaltung erwies sich parcourstechnisch auf jeden Fall eines Endlaufs würdig. Schnelle Passagen aber auch knifflige Ecken erforderten von den 55 Teilnehmern zu jeder Zeit volle Konzentration.

Bereits die Damenkonkurrenz war spannend wie lange nicht mehr. Kornelia Günther-Sahr, angereist als amtierende Süddeutsche Meisterin, und am Ende auf Rang acht bei den Damen notiert, hatte sich sicher mehr erhofft, genauso wie Ute Erning als Westdeutsche Meisterin. Für die BMW-Pilotin blieb am Ende sogar nur der neunte Rang. Auf Platz fünf landete bei ihrer ersten Teilnahme Annika Sandersfeld. Die Weser-Ems Meisterin und amtierende Norddeutsche Titelträgerin wird aber sicher in den nächsten Jahren auch um die Podestplätze mitfahren können. Eben diese erreichten mit Marianne Brandt und Jutta Karls zwei Amazonen, die man durchaus dort vorne erwarten durfte. Mit nur 16/100 Sekunden Vorsprung sicherte sich Jutta Karls den zweiten Rang. Das es nicht zum Meistertitel reichte lag an einem Flüchtigkeitsfehler im letzten Umlauf. Dort touchierte die mehrfache württembergische Meisterin das Vorwärtsgatter und hatte durch diesen Fehler keine Möglichkeiten mehr, in den Kampf um Platz eins einzugreifen. Den Meistertitel sicherte sich in souveräner Manier erneut Andrea Lemberg vom ADAC Westfalen. Drei saubere fehlerfreie Runden schaffte ausser ihr nur noch Dieter Schneider in der Herrenkonkurrenz. Die für den AC Oelde startende VW Lupo Pilotin konnte damit ihren im Vorjahr im schleswig-holsteinischen  Meldorf erreichten Titel erfolgreich verteidigen.    

Bei den Herren gab es ebenso das Lager der Enttäuschten aber bei einigen Fahrern auch Freude über die gezeigten Leistungen. Überhaupt nicht zufrieden sein konnte Horst Erning vom ADAC Nordrhein. Der regionale Meister brachte keine einzige fehlerfreie Runde zustande und fand sich schlussendlich auf Platz 36 wieder. Nicht viel besser erging es Matthias Czok vom ADAC Hessen-Thüringen. Schnell unterwegs aber mit zu vielen Fehlern belastet, kam der Titelverteidiger nur auf Platz 24.  Andere hoch gehandelte Anwärter auf einen Platz weit vorne schafften zwar zumindest eine fehlerfreie Runde, leisteten sich aber in ihren übrigen Wertungsläufen zu viele Fehler, wie z.B. Manfred Sandersfeld (ADAC Weser-Ems), am Ende auf Platz 29 notiert, Kai Wiechert (ADAC Schleswig-Holstein), am Ende Platz 22 oder Dawid Wieder. Der amtierende Westfalenmeister zeigte nur im dritten Lauf, was bei optimalem Verlauf der Veranstaltung möglich gewesen wäre. Mit dem  schnellsten fehlerfreien Durchgang aller Teilnehmer in der Schlussrunde rehabilitierte sich der VW Polo Pilot zumindest ein wenig.

Doch es gab auch positive Überraschungen auf diesem Turniersport Endlauf in Lemgo. Armin Schönberner vom ADAC Südbaden zum Beispiel zeigte zwei saubere fehlerfreie Läufe und belohnte sich ebenso mit einem Pokalrang wie Gernot Riemey vom ADAC Nordbayern. Der im Laufe der Saison sehr aktive Fahrer platzierte sich mit Rang neun so gut wie noch nie auf einem Endlauf. Gleiches gelang Martin Tieben vom ADAC Westfalen, der mit einer tollen Schlussrunde noch bis auf Platz sechs vorfuhr. Zufrieden war bei seiner ersten Teilnahme sicher auch Christian Oswald, der den siebten Platz für sich in Anspruch nahm, direkt gefolgt von Siegfried Groth. Im Laufe der Saison durch viele technische Probleme mit seinem Simca immer wieder zurück geworfen, rief er genau zum Höhepunkt der Saison die beste Leistung ab. Auch der mehrfache Titelträger Peter Löbach durfte am Ende zufrieden sein. Er versuchte im letzten Lauf noch einmal alles, legte mit 65,20 Sekunden eine Fabelzeit vor, musste aber einen Fehler mit in die Wertung nehmen, was ihm am Ende den fünften Platz einbrachte, mit nur minimalem Abstand auf den vor ihm platzierten Thomas Grambitter. Unscheinbar aber schnell seine Fahrweise und das wurde mit dem tollen vierten Platz belohnt. Eine weitere große Überraschung war der dritte Platz vom amtierenden Norddeutschen Meister Rainer Jordan vom ADAC Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Mit zwei Fehlern im ersten Lauf in die Veranstaltung gestartet lief es in den runden zwei und drei ideal für den Mann aus Sehnde und auch er freute sich mit Platz drei über das bisher beste Ergebnis auf einem Turniersport-Endlauf. Nichts Neues dagegen wieder einmal auf den Plätzen eins und zwei. Hier kam es, wie so oft in der Vergangenheit, wieder zum Bruderduell zwischen Klaus und Rolf Oswald. Dabei schien zunächst Klaus Oswald in der besseren Position, als sich nämlich Rolf Oswald im zweiten Wertungslauf 1,5 Fehler einhandelte. Doch der mehrfache Deutsche Meister konterte im Finaldurchgang. Als letzter Fahrer auf dem Parcours unterwegs war die Spannung kaum zu überbieten. Unter dem Jubel der Fahrer und Zuschauer fuhr er eine weitere Nullrunde nach Hause und sicherte sich seinen insgesamt fünften Meistertitel auf Bundesebene.

Durch die starken Einzelleistungen baute der ADAC Württemberg seine Serie als Mannschaftsmeister weiter aus. Zum 14. Mal (!) in Folge triumphierte das Team aus dem Süden Deutschlands. Auf den weiteren Podestplätzen landeten der ADAC Westfalen und der ADAC Nordbayern, die weitere hochgehandelte Mannschaften hinter sich liessen.    

Carsten Winkler

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