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Presseberichte Deutsche Meisterschaft am 05.10.2013 in Bedburg (ADAC Nordrhein)


Quelle:




vom 7. Oktober 2013

MOTORSPORT

Mit Geschick und Geschwindigkeit

 
Ute Erning aus Oberembt galt als eine der Favoritinnen und landete schließlich auf Platz vier. Foto: Musick

Auf dem Kirmesplatz in Kaster hatte der ADAC den Endlauf der Deutschen Meisterschaft im Turniersportrennen ausgerichtet.
Bei dieser besonderen Disziplin steht Geschicklichkeit statt Geschwindigkeit im Vordergrund.

Von Anja Musick

Erwartungsvoll stehen die Besucher am Rand des Festplatzes an der Stresemannstraße. Der Endlauf des ADAC-Turniersport-Rennens ist angekündigt. An den Start rollt aber kein aufgemotztes Rennauto mit einem Fahrer, der Rennanzug und Helm trägt. Es nähert sich ein relativ neuwertiger Opel Corsa. Darin sitzt eine distinguierte Dame mit schicker Frisur und modischer Brille.

Die Ampel zeigt grünes Licht. Da gibt die Dame Gas und fährt wie vom Teufel gejagt mit quietschenden Reifen durch den aufgebauten Parcours. Zurück bleibt neben dem erstaunten Zuschauer auch eine staubige Benzinwolke. Der Betrachter ist verblüfft angesichts dieses ungewohnten Anblicks. Im Starterfeld sind viele Frauen gemeldet. Es bleibt also Zeit, sich daran zu gewöhnen. Zum Glück gibt es aber auch Teilnehmer, die alte Sehgewohnheiten bedienen. Junge Männer in Autos mit Spoilern und dicken Felgen. „Im Grunde kann aber hier jeder mitmachen. Der Wagen muss nur als ordentliches Straßenfahrzeug zugelassen sein“, erklärt Gerd Mülfahrt, Vorsitzender des Motorsportclubs Höllen, der das Turnier für den ADAC Nordrhein ausrichtet. Der Verein musste in den Nachbarort Kaster ausweichen, weil es in Höllen keinen geeigneten Platz gibt.

 
Rückwärts einparken ist ebenfalls eine Disziplin beim ADAC-Turniersport.
Die Parklücken werden für jeden Teilnehmer angepasst.
Foto: Musick

Auf Zeit

50 Fahrer aus ganz Deutschland sind gekommen. Die haben sich für diesen Endlauf der Deutschen Meisterschaft qualifiziert. Der Sport habe sich aus Geschicklichkeitsrennen entwickelt, erklärt Mülfahrt. Tatsächlich erinnern die Schikanen des Parcours’ an Hürden, die es auch bei allgemeinen Fahrtrainings des ADAC gibt. Die Teilnehmer müssen etwa Slalom um Holzhürden fahren, sich möglichst rasant rückwärts und vorwärts an ein Holzgatter herantasten, Spurrinnen mit den Reifen treffen, in drei Zügen wenden, ohne die Begrenzung umzufahren, rückwärts und vorwärts einparken und am Endbalken möglichst nah stoppen. Das Ganze geht auf Zeit. Wer Fehler macht, bekommt 20 Strafsekunden.

Die Spurrinnen und Einpark-Grenzen werden auf jedes Auto neu angepasst. Schließlich sind vom legendären Lancia A 112 bis zum Opel Astra und Mitsubishi Sigma sämtliche Größen dabei. Unfair sei das nicht. „Es geht ja um die Fahrgeschicklichkeit und nicht um die PS-Stärke“, meint Mülfahrt. Aus Oberembt ist Ute Erning gekommen. Sie sitzt in ihrem knallroten BMW aus dem Jahr 1989. Die Frau, die 1999 bereits einmal Deutsche Meisterin gewesen ist, gilt als eine der Favoritinnen. Seit 20 Jahren betreibe sie den Rennsport. „Die Leute denken immer, wir würden nur Hütchen umfahren, doch das ist viel mehr.“ Sie habe ein gutes Fahrgefühl entwickelt. Im Alltag merke sie das beim Einparken in der Stadt. „Wo Leute viele Minuten hin und her fahren, bin ich schon lange drin.“ Außerdem verbinde der Sport Generationen. Ihr 18-jähriger Sohn René fahre auch schon.

Am Ende reicht es für die Frau aus Oberembt nur für den vierten Platz. Die Entscheidung ist knapp. Ihr fehlen nach drei Entscheidungsläufen nur 1,3 Sekunden für den dritten Platz. Bei den Damen belegt Kornelia Günther-Sahr vom ADAC Südbaden den ersten Platz, Sabine Gentsch vom ADAC Hessen-Thüringen den zweiten und Beate Rost vom ADAC Schleswig-Holstein den dritten. Bei den Herren gewinnt Rolf Oswald vom ADAC Württemberg, auf dem zweiten und dritten Platz landen Peter Löbach vom ADAC Hessen-Thüringen und Marcel Drewes vom ADAC Württemberg.




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