AUTOMOBIL-TURNIERSPORT IM ADAC

oder: die sportliche Alternative für den kleinen Geldbeutel

Es gibt sie tatsächlich – die Alternative für aktive Fahrer, die sich ein reinrassiges Rennauto nicht leisten können oder wollen, aber dennoch mit ihrem Alltagsfahrzeug sportlich unterwegs sein wollen. Beim ADAC-Turniersport auf vier Rädern kommt es darauf an, einen Kompromiss zwischen fahrerischem Geschick und Fahrzeugbeherrschung einerseits und Geschwindigkeit andererseits zu finden. Durchaus eine Sache für Spezialisten, aber auch für alle, die mit geringem finanziellen Aufwand und ohne eine Sportlizenz zu benötigen, hinterm Steuer noch etwas dazulernen möchten.

Der Automobilturniersport setzt sich aus Aufgaben zusammen, die jedem Autofahrer in seiner täglichen Fahrpraxis begegnen. „Einparken rechts“ heißt beispielsweise eine der Aufgaben. Wer strafpunktfrei durchkommen will, muss sein Fahrzeug in einer Parklücke, die durch zwei Gatter geschaffen wird, ohne anzuecken in einem Zug vorschriftsmäßig einparken. Der zur Verfügung stehende Raum wird jeweils individuell nach den Maßen des Fahrzeugs eingestellt. Am Ende wird der Abstand zur Bordsteinkante gemessen und je weiter man weg steht, umso verlustpunktreicher ist das Ergebnis. Nur wer es selbst schon einmal probiert hat, der weiß, wie viel Strafpunkte man alleine schon bei dieser Übung kassieren kann.

Wenn man dann noch die restlichen Aufgaben hinter sich gebracht hat – je nach gestelltem Parcours können dies sein: Slalom vorwärts und rückwärts, Halten vor einer Wand vorwärts und rückwärts mit höchstens 15 cm Abstand, Durchfahren von Spurgasse und Fahrgasse, Wenden doppelt oder einfach, Parkboxen, Kreisel und zum Abschluss Halten an einer Stoplinie – kann man erst die Anforderungen einschätzen, die ein solches Turnier an die Teilnehmer stellt.

In welcher Gruppe kann ich mitfahren?
Der Turniersport wird in drei verschiedenen Klassen gefahren: A, B und C. Im Gegensatz zu anderen Motorsportarten entscheidet hier nicht PS-Zahl oder Hubraum, in welcher Gruppe man zu starten hat - die Einteilung richtet sich einzig und allein nach den Fähigkeiten des Fahrers.

In der Gruppe A, der Klasse der "Profis", wird um die Meisterschaft gefahren. Drei Läufe sind zu absolvieren, deren Ergebnisse addiert werden
Die Gruppe B ist die Klasse der "Geübten" - das sind all die Fahrer, die im Turnier-Sport schon etwas Erfahrung gesammelt haben und regelmäßig teilnehmen. Auch hier werden drei Läufe gefahren und gewertet
Die Gruppe C schließlich ist all denen vorbehalten, die erst wenige oder noch kein Automobilturnier gefahren sind, die einfach mal "reinschmecken" wollen, für echte Anfänger bis hin zum Führerscheinneuling. Im Gegensatz zu den Gruppen A und B, wo Strafpunkte in Zeit umgerechnet und zur Fahrzeit addiert werden, entscheidet in der Gruppe C vorrangig die Fehlerzahl über Sieg und Platzierung. Der Teilnehmer entscheidet selber, ob er ein- oder zweimal - bei manchen Turnieren sogar dreimal - an den Start gehen möchte, gewertet wird in jedem Fall nur das beste Einzelergebnis aller absolvierten Läufe

Mit welchem Fahrzeug kann ich starten?
Im Turniersport kann mit jedem Fahrzeug, das ordnungsgemäß zugelassen und versichert ist, gefahren werden - von Smart bis S-Klasse, von Trabbi bis Ferrari. Damit keiner wegen seines Fahrzeugs Vor- oder Nachteile hat, werden die Parcoursaufgaben individuell auf jede Fahrzeug- und Reifengröße eingestellt.

Brauche ich eine Lizenz?
Der Turniersport gehört zu den lizenzfreien Motorsportarten, d.h. teilnehmen kann jedermann - und natürlich auch frau - der im Besitz eines gültigen Führerscheins ist. Auch die Mitgliedschaft im ADAC ist nicht erforderlich, allerdings erfolgt dann keine Wertung in den Meisterschaften der Gruppen A und B.


Text übernommen von: Automobil- und Motorrad-Club Mittlerer Neckar (AMCMN)



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